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Adolf Stoecker ArtikelAdolf Stoecker, (*11.12 1835 in Halberstadt; † 2.02 1909 in Gries/Tirol) war ein evangelischer deutscher Theologe und Politiker.
Stoecker versuchte auf der Grundlage von Christentum, Monarchie, Sozialkonservativismus und sozialen Reformen wie auch mit antisemitischer Betätigung das bestehende Bündnis zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der Arbeiterschaft zu lösen.
Buch-Tipp: Adolf Hitlers Mein Kampf. Eine kommentierte Auswahl info zur rechtslage Ich möchte an dieser Stelle nicht auf das Buch als solches eingehen, sondern auf einen Fehler in den anderen Rezensionen hinweisen: "Mein Kampf" ist in der BRD nicht verboten. Der Besitz des Buches ist ebenso legal wie der Verkauf einzelner antiquarischer Exemplare. Verboten ist lediglich der unkommentierte Nachdruck und Raubkopien,... | |
Adolf Stoecker wurde als Sohn eines Schmiedes und späteren Wachtmeisters bei den Halberstadter Kürassieren und dessen Frau in Halberstadt geboren. Von 1854 bis 1857 studierte er in Halle und Berlin Theologie. Nach seinem Studium war er bis 1862 in verschiedenen adligen Familien, beispielsweise in Riga bei dem Grafen Lambsdorff , und auch als Feldprediger tätig. Nach dem Oberlehrerexamen 1862 schloss er sich einer dreivierteljährigen Bildungsreise nach Süddeutschland, die Schweiz und Italien an.
Buch-Tipp: Anmerkungen zu Hitler. Informativ, interessant, übersichtlich, spannend - so sollte ein Geschichtsbuch sein In nicht mal 200 Seiten beschreibt Haffner den Aufstieg und Niedergang Hitlers. Dabei lässt der Autor es nicht aus, einen Blick auf Hitlers Persönlichkeit zu werfen. Neben geschichtlichen und politischen Daten und Ereignissen bekommt der Leser so den Eindruck,... |
Gründung der Christlich-Sozialen | |
1863 wurde Stoecker Pfarrer in Seggerde (Altmark). 1866 wechselte er in die Pfarrstelle des bei Magdeburg gelegenen Industrieortes Hamersleben . Seit 1867 mit Anna Krüger , Tochter eines Brandenburger Kommerzienrates , verheiratet, verließ er Hamersleben jedoch 1871 nach heftigen Auseinandersetzungen (Mischehenstreit) und wurde in dem selben Jahr vierter Hof- und Domprediger in Berlin und Divisionspfarrer in dem lothringischen Metz wo man aufgrund patriotischer Artikel, welche er seit 1863 der Neuen Evangelischen Kirchenzeitung ablieferte, auf ihn aufmerksam wurde. 1874 wurde er Mitglied des Generalsynodalvorstands der altpreußischen Landeskirche . In dem Jahre 1878 rief Stoecker als politische Plattform seiner christlich-sozialreformerischen, anti-sozialdemokratischen Weltanschauung in der sogenannten Eiskeller-Versammlung zur Gründung der "Christlich-Sozialen Arbeiterpartei " auf, die 1881 in "Christlich-Soziale Partei " umbenannt wurde. Absicht der Partei war, die zwischen der Arbeiterschaft und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bestehende Bindung durch christlich-monarchische Sozialpolitik wie auch antisemitische Betätigung zu lösen. Seine vom Oberkirchenrat bekämpfte Partei konnte sich bei der Reichstagswahl 1878 nicht durchsetzen. Ein Jahr zuvor hatte Stoecker die Leitung der Berliner Stadtmission übernommen, die durch soziales Engagement den Zerfall der Religion aufhalten und die Kirche wieder zu öffentlichem Ansehen verhelfen wollte .
Buch-Tipp: Bis zur letzten Stunde. Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben. Anders als das TV Interview Ich kannte Traudl Junge bisher ca. aus dem Fernsehinterview und bis dahin habe ich stets ein sehr gespaltenes Verhältnis zu dieser Frau gehabt. Ich dachte mir "So naiv kann man doch nicht sein, die Aussage "Ich habe davon nichts gewusst" kann ich gerade IHR nicht glauben. " Sie erzählt es zwar anschaulich und verständlich,... |
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Aus der Stadtmission entwickelte sich eine vielseitig verbreitete Diakonie, die sich der Kranken, Behinderten und sozial benachteiligten Gruppen annahm. Neben seiner antisemitischen zeigt Stoecker auch eine sozial betonte Seite; so ruft er beispielsweise die Schrippenkirche in der Ackerstraße in das Leben, wo nachdem Gottesdienst Arbeitslosen ein Topf Kaffee und zwei Schrippen ausgeteilt wurde. Von ihm verfasste und vervielfältigte Pfennigpredigten erreichen zeitweise eine Auflage von 130.000.
Buch-Tipp: Briefe an Hitler Wenn das der Führer wüsste Das Buch enthält eine Sammlung von Briefen vor und aus dem Dritten Reich,
die an Adolf Hitler, zunächst Führer der NSDAP, dann Reichskanzler und
schließlich Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches, gerichtet waren.
In der Parteikanzlei, später in der Reichskanzlei wurde dergleichen
geöffnet, mit dem Eingangsstempel... |
Zusammenschluss mit den Deutschkonservativen | |
Von 1879 bis 1898 wurde Stoecker Abgeordneter für die Deutschkonservative Partei in dem Preußischen Parlament. Von 1880-1893 war er – ebenfalls für die Deutschkonservativen – Mitglied in dem Reichstag.
Nach dem Scheitern seines Versuches, die Arbeiterschaft für sich und die Christlich-Sozialen zu gewinnen, wurde 1880 die "Berliner Bewegung " gegründet, ein Zusammenschluss antisemitischer Gruppierungen. Nun wandte sich Stoecker auch mit antisemitischer Propaganda erfolgreicher an den kleinbürgerlichen Mittelstand und fand auch bei Studenten Zuspruch.
Nach mäßigem Erfolg der Partei der Christlich-Sozialen, schloss sie sich 1881 den Deutschkonservativen an. Stoecker plante, diese in dem Bund mit der konservativen Kreuzzeitung zu einer Massenpartei umzuformen.
1883 wurde er zu dem zweiten Hof- und Domprediger ernannt und 1887 Herausgeber der "Neuen evangelischen Kirchenzeitung ".
Zwischen 1887 und 1888 geriet er zusammen mit dem rechten Parteiflügel stets stärker in Widerspruch zur Politik von Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815-1898). Stoecker hatte jedoch starken Einfluss auf Prinz Wilhelm, den späteren Kaiser Wilhelm II., und versuchte, den Prinzen gegen Bismarck einzunehmen.
1889 erzwang Bismarck eine öffentliche Verzichtserklärung auf aktive politische Betätigung Stoeckers und 1890 wurde er als Hofprediger abberufen. In dem selben Jahr gründete Stoecker den Evangelisch-sozialen Kongress zur Erforschung der sozialen Frage. Auch liberale Intellektuelle wie zu dem Beispiel Friedrich Naumann und Adolf von Harnack oder O. Baumgarten gehörten ihm an.
Buch-Tipp: Der Körper des Menschen. Einführung in Bau und Funktion (Thieme Flexible Taschenbücher) Grandioses Buch! Der Körper des Menschen - Einführung in Bau und Funktion von Adolf Faller liegt in der 14. , aktualisierten und erweiterten Auflage vor und ist in dem Thieme Verlag erschienen. Das komplette Buch ist in Farbe gestaltet und es finden sich zu jedem Thema aussagekräftige und schöne Farbabbildungen, die das Verständnis der Materie enorm... |
Gänzlicher Verlust politischen Einflusses | |
Nach Bismarcks Entlassung gewann Stoecker bei den Deutschkonservativen wieder an Einfluss und 1892 gelang es ihm mit Unterstützung des rechten Parteiflügels, in dem Tivoli-Programm der Deutschkonservativen Partei , seinen sozialen und antisemitischen Standpunkt durchzusetzen.
Da die Liberalen in dem Evangelisch-sozialen Kongress die Mehrheit besaßen, erfolgte 1896 der Austritt Stoeckers. Daraufhin gründete er die Freie kirchlich-soziale Konferenz .
1898-1908 wurde Stoecker erneut Mitglied des Reichstags; allerdings vermochte er sich gegen die agrarischen Interessen, die bei den Konservativen vorherrschten, nicht mehr durchzusetzen und verlor fast gänzlich an politischem Einfluss.
Obwohl sich Stoecker formell vom Rassenantisemitismus distanzierte, blieb seine Agitationssprache nicht frei von rassistisch-antisemitischen Diffamierungen. Insbesondere trug er maßgeblich zur Verbreitung des Antisemitismus in dem Protestantismus und der evangelischen Kirche bei.
Buch-Tipp: Des Teufels Werkstatt Absolut lesenswert! Ich habe schon einige Bücher zu dem Thema Holocaust gelesen, jedoch ist dieses Buch mit eins der wenigen, welches mir sehr unter die Haut gegangen ist.
Adolf Burgers erzählerischer Stil läßt den Leser hautnah mit am Geschehen des Unfassbaren sein. Sein Bericht zeigt dem Leser ungeschönt die Grausamkeit der Lager. Es zeigt wie... |
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Adolf Stoecker starb am 2. Februar 1909 in Gries bei Bozen in dem Tirol. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Dreifaltigkeitskirche in Berlin.
Buch-Tipp: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen Ein differenzierter Blick auf die Thematik Die Autorin schrieb als europäische Jüdin über jenen Mann, der für die Ermordung eines Großteils der europäischen Juden verantwortlich gemacht wurde, so unabhängig und nüchtern, dass vielen Zeitgenossen die Spucke wegblieb. Sie fragte, wie sinnvoll es ist, einen von vielen Tätern exemplarisch als... |
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- "In Berlin ergriff mich das Bewusstsein der Notwendigkeit, dass etwas geschehen müsse, um das Volk vom Abgrund zurückzurufen. Ich fand, dass Leute, die zur Kirche hielten, mit denen ich in freundschaftlichen Beziehungen stand, dennoch mit der Sozialdemokratie stimmten, weil sie in dieser Partei die Vertretung der Arbeiterinteressen erblickten. Da habe ich denn unter Gebet und Flehen den Entschluss gefasst, mitten hinein in die Sozialdemokratie zu gehen, den wilden Stier bei den Hörnern zu fassen und mit demselben zu ringen. ( ... ) Seit fünfzehn Jahren ist das sozialistische Element der Köder, mit welchem die Arbeiter um ihren Glauben wie um ihren Patriotismus betrogen worden sind. Will man an ihre Herzen heran, so muss man die sozialen Dinge mit besprechen."
- "Wir bieten den Juden den Kampf an bis zu dem völligen Siege und wollen nicht eher ruhen, als bis sie hier in Berlin von dem hohen Postament, auf das sie sich gestellt haben, herabgestürzt sind in den Staub, wohin sie gehören."
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- Christlich-sozial, 1885 (2. Auflage 1890)
- Reden und Aufsätze (herausgegeben von R. Seeberg), 1913
Buch-Tipp: Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin Der Historische Mainstream So könnte der alternative Titel von Werner Masers letzten Werk lauten. Dem Autor gelingt es anhand diverser Fakten und zahlreicher Originaldokumente eine Vielzahl von Ungereimtheiten anderer Historiker zu entlarven. Maser schildert in leicht verständlicher Weise, wie in den gängigsten Quellen statt akribischer Recherche... |
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- Eduard von der Goltz, Adolf Stöcker: Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog 14 (1909)
- Dietrich von Oertzen (Hrsg.): Adolf Stoecker. Lebensbild und Zeitgeschichte, 2 Bde., Berlin 1910
- Walter Frank: Hofprediger Adolf Stoecker und die christlich soziale Bewegung, Berlin 1928
- Friedrich Brunstäd: Adolf Stoecker. Wille und Schicksal, Berlin 1935
- Karl Kupisch: Adolf Stoecker. Hofprediger und Volkstribun. Ein historisches Portrait, Berlin 1970
- Günter Brakelmann, Martin Greschat, Werner Jochmann: Protestantismus und Politik. Werk und Wirkung Adolf Stoeckers, Hamburg 1982 (mit ausführlichem Lit.-Verz.)
- Hans Engelmann: Kirche am Abgrund. Adolf Stoecker und seine antijüdische Bewegung, Berlin 1984
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